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Große Tech-Konzerne zum Ende des ersten Halbjahres anfällig

Der Juni schloss mit fallenden Kursen bei hoch kapitalisierten Tech-Aktien sowie erneuten Spannungen im Nahen Osten und einem nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten geschwächten US-Dollar. Das Pfund Sterling machte Boden gut, obwohl die Märkte mit geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zu kämpfen hatten.

Convera Weekly FX Report
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Written by: Steven DooleyGeorge VesseyKevin FordAntonio RuggieroShier Lee Lim
The Market Insights Team

Die globalen Märkte standen bis Ende Juni unter Druck. US-Aktien notierten etwa 3 % bis 6 % unterhalb ihrer Höchststände. Das eigentlich Bemerkenswerte ist jedoch das Ausmaß der Verluste bei Technologietiteln mit sehr hoher Marktkapitalisierung. So gaben die Kurse von Alphabet, Apple und Amazon gegenüber ihren Höchstständen um 20 %, 10 % bzw. 16 % nach. Die Aktie von Meta notierte gar 30 % darunter.

Nachdem die USA und der Iran am Wochenende des 27. und 28. Juni mit einer Reihe von Vergeltungsangriffen die Feindseligkeiten wieder hatten aufleben lassen, stand auch die Geopolitik erneut auf der Tagesordnung. Am 29. Juni einigten sich beide Seiten auf eine Pause der Kampfhandlungen. Das darauffolgende Treffen in Doha am 30. Juni bezeichnete Präsident Trump als „sehr gut“. Der Preis für WTI-Rohöl stieg über 70 USD pro Barrel, bevor er später wieder unter diese wichtige Marke sank.

Die Rallye des US-Dollars kam zum Erliegen: Der Greenback fiel auf ein Zwei-Wochen-Tief, nachdem die Beschäftigungszahlen für Juni die Märkte enttäuscht hatten. Laut dem Beschäftigungsbericht für den Monat Juni wurden 57.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und damit deutlich weniger als die prognostizierten 113.000.

Der japanische Yen geriet ins Wanken, als das Währungspaar USD/JPY auf den höchsten Stand seit Dezember 1986 stieg. Die Abschwächung der japanischen Währung ist auf die zunehmenden Spekulationen zurückzuführen, dass die japanische Premierministerin Sanae Takaichi weitere Zinserhöhungen der Bank von Japan ablehnen könnte.

Das Pfund Sterling beendete die Woche als eine der stärksten Währungen und erreichte sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber der schwedischen Krone und dem kanadischen Dollar ein Ein-Jahres-Hoch. Die Märkte für das Pfund sowie britische Staatsanleihen lassen sich weiterhin nicht von dem schwierigen politischen Umfeld beirren. Der Euro geriet hingegen unter Druck, nachdem die Inflationsrate im Juni unter den Erwartungen gelegen hatte.

Chart: A bull-run with a 90s look

Globale Makrodaten

Zentralbanken blicken zuversichtlich auf die Inflation

Schwache Beschäftigungszahlen, US-Dollar gibt nach. Laut dem US-Beschäftigungsbericht für den Monat Juni wurden 57.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und damit deutlich weniger als die prognostizierten 113.000. Es gab jedoch auch positive Nachrichten: So sank die Arbeitslosenquote von 4,3 % auf 4,2 %. Nach Veröffentlichung der Zahlen gab der US-Dollar nach und der US-Dollar-Index fiel um 0,6 % auf den niedrigsten Stand seit dem 18. Juni. Am stärksten verlor die US-Währung gegenüber anderen sicheren Währungen, wobei die Währungspaare USD/JPY und USD/CHF um 0,9 % bzw. 0,7 % nachgaben.

Sinkende Inflation belastet den Euro. Der Euro geriet unter Druck, nachdem die Inflation im Juni hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Der Gesamtverbraucherpreisindex (CPI) sank im Jahresvergleich auf 2,8 % (erwartet worden waren 3,0 %), während die Kerninflation auf 2,4 % (gegenüber 2,5 %) zurückging. Das Währungspaar EUR/USD fiel unter 1,1400, wohingegen GBP/EUR seinen Aufwärtstrend überzeugend auf über 1,1600 ausbauen konnte.

Chinas Fertigungssektor erholt sich. In Asien kletterte Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Juni von 50,0 auf 50,3. Er übertraf damit die Erwartungen und kehrte in den Expansionsbereich zurück. Der PMI für den Dienstleistungssektor stieg ebenfalls leicht auf 50,2. Der Gesamt-PMI kletterte auf 50.

Lagarde schlägt ausgewogenen Ton an. Bei der jährlichen Sintra-Konferenz der Europäischen Zentralbank lag der Fokus auf dem schwächeren Inflationsumfeld, welches das Risiko von Zinserhöhungen verringert. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Risikoaussichten ausgewogener seien als noch vor einigen Wochen. Ihr zufolge sind die Abwärtsrisiken für das Wachstum und die Aufwärtsrisiken für die Inflation nun weniger ausgeprägt.

Überlaufene Dollar-Wetten sind gefährdet. Der ebenfalls in Sintra anwesende Fed-Vorsitzende Kevin Warsh kam zu einer ähnlichen Einschätzung hinsichtlich nachlassender Inflationsrisiken, was den US-Dollar belastete. An den Optionsmärkten werden nach wie vor aggressiv Positionen aufgebaut, die von einem restriktiveren Kurs der Fed profitieren würden. Dadurch reagieren US-Dollar und Zinsen selbst auf moderate Signale einer gemäßigten Geldpolitik zunehmend empfindlich.

Chart: Hawkish noise, thin substance

FX-Perspektiven

USD: Rallye kühlt sich ab. Der US-Dollar-Index hat sich kürzlich von seinen 14-Monats-Hochs zurückgezogen. In den zwei Wochen zuvor hatte er eine gewaltige Rallye hingelegt und seit der ersten Fed-Entscheidung unter dem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank, Kevin Warsh, am 17. Juni um 2,5 % zugelegt. Zwar hat der US-Dollar aufgrund des schärferen Tonfalls der Federal Reserve an Wert gewonnen. Doch angesichts einer möglichen Abkühlung der Inflation infolge sinkender Ölpreise sind die Märkte nicht davon überzeugt, dass die Fed zwangsläufig Zinserhöhungen vornehmen wird. Die schwächeren Beschäftigungszahlen im Juni verstärkten den Druck auf die US-Währung. Der entsprechende Bericht wies lediglich 57.000 neu geschaffene Arbeitsplätze aus, was deutlich unter der Prognose von 113.000 lag. Die größten Verluste verzeichnete der US-Dollar im Laufe der Woche gegenüber dem neuseeländischen Dollar und dem britischen Pfund. Die Verluste gegenüber dem kanadischen Dollar und dem Euro fielen geringer aus. Nächste Woche liegt das Augenmerk auf dem für Mittwoch erwarteten Sitzungsprotokoll der Fed.

EUR: EUR/USD mit weniger Verlust nahe der Ein-Jahres-Tiefstände. Das Währungspaar EUR/USD verzeichnete zum Wochenschluss ein Plus von rund 0,6 %. Damit machte es die jüngsten Verluste wieder wett und notiert weiterhin nahe seines Ein-Jahres-Tiefs. Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der auf nachlassende Inflationsrisiken verwies, sowie unerwartet schwache US-Arbeitsmarktzahlen veranlassten die Märkte dazu, ihre Erwartungen hinsichtlich weiterer Straffungsmaßnahmen in diesem Jahr zurückzuschrauben. In einem ähnlichen Schritt hatte sich Anfang der Woche bereits die EZB von ihrer restriktiven Haltung verabschiedet, nachdem die Inflationsdaten für Juni schwächer ausgefallen waren. Die Eurozone bleibt stärker von den Kosten für Energieimporte abhängig und zeigt weiterhin ein schwächeres makroökonomisches Umfeld. Das trägt dazu bei, dass sich die Erwartungen hinsichtlich Zinserhöhungen schneller abschwächen, wenn sich eine gemäßigtere Haltung durchsetzt. Die Risiken für das Währungspaar bleiben daher überwiegend auf der Abwärtsseite, wobei sich der Spotkurs weiterhin unter dem 21-Tage-Durchschnitt bei etwa 1,1480 bewegt. Die nächste Widerstandsmarke liegt bei 1,1520 und das Tief vom 24. Juni bei 1,1325 stellt ein wichtiges Unterstützungsniveau dar. Den nächsten wichtigen Impuls könnte die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex in zwei Wochen liefern.

Chart: USD index turns from May 2025 highs

GBP: GBP/EUR-Durchbruch testet die Überzeugung. Das Pfund Sterling konnte diese Woche gegenüber allen anderen G10-Währungen zulegen. Das britische Pfund hat von einem bislang recht harmonischen politischen Übergang profitiert, wobei Andy Burnham zunehmend als neuer Premierminister gehandelt wird. Das Währungspaar GBP/USD hat den größten Teil der Verluste nach der restriktiven Sitzung der Fed am 19. Juni aufgeholt und bewegt sich wieder über dem gleitenden 21-Tage-Durchschnitt von 1,33. Die Marke von 1,34 stellt nun ein wichtiges Widerstandsniveau dar. Ein Durchbruch über diesen Wert hinaus dürfte den seit Anfang Mai bestehenden allgemeinen Abwärtstrend in Frage stellen. Ein schwächerer US-CPI in zwei Wochen würde diese Dynamik noch verstärken. Bis dahin wird mit einer Konsolidierung bei einem Wert um 1,33 gerechnet. Das Währungspaar GBP/EUR stieg auf ein Ein-Jahres-Hoch und testete kurzzeitig die Marke von 1,17. Der Durchbruch ist zwar bemerkenswert, die Überzeugung dahinter bleibt jedoch eher unklar. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nur wenige neue Impulse, die eine nachhaltige Aufwärtsbewegung stützen. Die kurzfristige Interaktion von GBP/EUR mit Unterstützung bei 1,1650, und nachfolgend bei 1,16 dürfte helfen, die Stärke des Durchbruchs einzuschätzen.

CHF: Zu neuer Stärke gefunden. Der Schweizer Franken gewann in der vergangenen Woche dank der Schwäche des US-Dollars überwiegend an Wert. Und das, obwohl unerwartet niedrige Schweizer Inflationsdaten die Tür offen hielten für weitere SNB-Interventionen am Devisenmarkt oder eine – wenn auch weniger wahrscheinliche – Lockerung der Geldpolitik. Der jährliche Verbraucherpreisindex der Schweiz lag im Juni bei 0,5 %. Auch die noch schwächeren Inflationszahlen der EU trugen dazu bei, dass der Schweizer Franken zulegte – der EUR/CHF-Kurs gab stark nach und erreichte ein Ein-Monats-Tief. Das Währungspaar USD/CHF fiel erneut auf ein Zwei-Wochen-Tief und befindet sich wieder in einem Abwärtstrend. Der gleitende Durchschnitt der letzten 8 bzw. 21 Tage zeigt ebenso nach unten wie der langfristige gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage. Auch gegenüber dem kanadischen Dollar und der schwedischen Krone legte der Schweizer Franken zu. Gegenüber dem neuseeländischen Dollar und der norwegischen Krone schwächte er sich jedoch ab. Von hier aus sehen wir Unterstützung bei 0,7960 und dann bei 0,7910. Das Widerstandsniveau liegt bei 0,8020. Als Nächstes stehen die Veröffentlichung der Schweizer Arbeitslosenzahlen am Montag und die Veröffentlichung des SEO-Konsumklimaindex am Freitag an.